Noahs Arche gefunden

Die Suche nach Noahs Arche


Noahs Arche lässt den Menschen keine Ruhe. In den vergangenen Jahrzehnten hat es immer wieder Expeditionen in die Osttürkei gegeben, um die Arche Noah zu finden. Birgt der Ararat ein echtes Geheimnis? Halten die über Jahrhunderte dauernden Anhäufungen von Geschichten einer Nachforschung wirklich stand, oder löst sich doch alles in Luft auf?

Meist waren es amerikanische Wissenschaftler, denen der Berg keine Ruhe liess. So auch der ehemalige Astronaut James Irvin der in den 80er Jahren sechs Mal in die Türkei reiste. Die Regierung in Ankara hatte zu Beginn der 80er Jahre die Reisebeschränkungen zum Ararat aufgehoben. Die Expeditionen sind seitdem zu einer Einkommensquelle für die Bevölkerung geworden.

5000 Jahre altes Holz
Manche Expeditionen gingen fast wieder vergessen. Beispielsweise diejenige von Fernand Navarra, der am 6. Juli 1955, während seiner dritten Expedition, ein etwa 1.50 Meter langes Stück Holz zutage förderte. Nach verschiedenen Experten-Analysen (beispielsweise von G. Malvesin-Fabre, damals Direktor des prähistorischen Instituts der Universität Bordeaux) handelte es sich dabei um ein handbearbeitetes Hartholz, etwa 5000 Jahre alt.



 


Navarra glaubt, dass es sich hierbei um die Überreste der Arche handelt: „Was wurde auf dem Ararat in einer Höhe von 4300 Metern vor nahezu 5000 Jahren sonst konstruiert? Wenn diese Holzreste nicht von der Arche stammen, so sind sie doch von archeologischem Interesse, denn dann stammen sie von einer unbekannten Konstruktion, die bislang in keiner historischen Überlieferung erwähnt wird.“

Navarra beschreibt wie er das Holzstück fand: „Es war in der Tat eine enge und tiefe Spalte mit hell erleuchtetem Grunde; sie war etwa 5 bis 6 Meter von dem Abfall der Wand entfernt. Mein Entschluss stand fest: hier werde ich hinuntersteigen. Die Kälte drang bis ins Mark. Der Gang war breit genug, um vier Männer meiner Grösse den Durchgang zu erlauben. Dann entdeckte ich dunkle Umrisse im Eisboden. Das grosse Ziel war erreicht.“

 
Verbissene Suche
Ross Patterson von Whangarei, Neuseeland glaubt hingegen, dass die Arche auf einer Höhe von 2000 Metern im Araratmassiv im Eis eingeschlossen sei. Er stützt sich dabei auf zwei vorherige Expeditionen sowie Satellitenbilder. Letztere zeigen eine markante Erderhebung die ungefähr 12 Kilometer unterhalb des Berggipfels liegt und den Ausmassen der Arche in 1.Mose 6 ähnelt. Die Erhebung ist seit längerem bekannt, wurde jedoch von Geologen als natürliches, dort oft angetroffenes Phänomen erklärt. Patterson nutzt die Behauptung von Ron Wyatt (USA), er will in besagtem Hügel versteinertes Holz, Eisennieten und Schottenähnliche Formen nachgewiesen haben. Auch grosse Ankersteine wurden von Wyatt in nahen Dörfern gefunden und fotografiert. Auch Patterson wollte noch im Jahr 2004 den endgültigen Beweis erbringen. Bis jetzt hat man nichts mehr von ihm gehört.

Dieser neueste Anlauf ist wohl nur vorläufig der Letzte einer imposanten Liste worunter: Marco Polo, G. Hagopian, Roskovitsky, Schwinghammer, J. McIntosh, Elfred Lee, B. Stuplich, Charles Willis, Don Shockey, R. Simmons, B. Crouse, J. Morris, R. Garbe, Chuck Aaron, Ray Anderson, Richard Bright, B. J. Corbin, Ron Wyatt, G. Fasold und Daniel McGivern zu nennen sind. Sie alle waren von der Idee beseelt, die biblische Geschichte mit harten Fakten zu beweisen.


Fotos über eine Zeitspanne von 50 Jahren
Am 17. Juni 1949 fotografierten amerikanische Militärflieger eine seltsame Formation an der Nordwestspitze des Ararat. Die Bilder wurden als "geheim" klassifiziert und unter dem Begriff "Ararat Anomalie" archiviert. Dort blieben sie bis zum Jahr 1993, als Porcher Taylor vom Washingtoner Zentrum für Strategie und internationale Studien und Spezialist für Satellitenbeobachtung, sich um deren Herausgabe bemühte.



Taylor hatte Erfolg. Bei seiner Suche stiess er auf weitere interessante Fotos vom gesuchten Objekt: 1956 brachte ein U2-Spionageflugzeug Bilder nach Amerika. 1973 gelangen einem militärisch genutzten Satelliten des CIA Bilder mit hoher Auflösung. Weitere Bilder stammten aus den Jahren 1976, 1990 und 1992. Vor Taylor lagen nun verschiedenste Bilder von der auffälligen Formation, aufgenommen über eine Zeitspanne von rund 50 Jahren.

Porcher Taylors Neugier war endgültig geweckt. Weil die CIA die Bilder nicht zur Veröffentlichung freigibt, tat er sich mit der Redaktion eines Magazins zusammen. Sie mieteten den Satelliten, dessen Fotoaugen den Ararat ablichten sollten. Tatsächlich lieferte "Insight" die gewünschten Bilder, Aufschluss in der Frage worum es sich bei der rechteckigen Formation nun wirklich handelt gaben diese trotzdem keinen. Es blieb ein Rätsel, das mangels einer Erklärung einfach "Ararat Anomalie" genannt wurde.

Die Formation wird allgemein kontrovers betrachtet. Handelt es sich bei der schneebedeckten rechtwinkligen Struktur um eine menschliche Konstruktion oder um einen Felsen? Vom siebenköpfigen Expertenteam, das die Aufnahmen auswertete, meinten vier, das Objekt könnte von Menschen gemacht worden sein, zwei sagten, es sei ein Fels und einer bezeichnet die vorliegenden Fotos als ungenügend für eine Beurteilung.

 
Der jüngste Versuch
Am 15. Juli 2004 wollte der hawaiianische Geschäftsmann Daniel McGivern zusammen mit dem türkischen Prof. Ahmet Ali Arslan als Führer sowie einem Team von Archäologen, Geologen, forensischen Wissenschaftlern und einer Filmcrew den Berg Ararat besteigen, um nach Überresten der Arche Noah zu suchen.

Zuvor hatten Satellitenaufnahmen von „DigitalGlobe“ die Hoffnung geschürt, die Arche zu finden, nachdem ein grosses Stück ewigen Eises weggeschmolzen und ein quadratischer Körper sichtbar geworden war. - Man erinnert sich dabei an den „Ötzi“, den Steinzeitmenschen, den das Eis eines Schneefelds bis heute gut erhalten hatte. Man hat wegen diesem Fund wieder vermehrt Hoffnung, auch älteste Einschlüsse im Eis konserviert vorzufinden. Doch bis Mitte Juli lag McGivern die Bewilligung der türkischen Behörden noch nicht vor. Ende September erreichte ihn ein Schreiben der türkischen Botschaft in Washington mit dem Inhalt, dass die Expedition auf den Ararat von den zuständigen Ämtern aus Sicherheitsgründen nicht bewilligt werde.


                                         © Image Courtesy Shamrock/DigitalGlobe



Der ablehnende Entscheid wurde nicht weiter begründet, doch dürfte es sich um eine Vorsichtsmassnahme aufgrund terroristischer Bedrohung handeln. Die türkische Polizei könnte das Forscherteam am Ararat nicht beschützen. Zudem wäre ein Aufstieg Ende September mit dem Einsetzen der Winterstürme sowieso nicht mehr möglich gewesen.

 
Ein weiteres Hindernis erfuhr Daniel McGivern erst kürzlich: Auch die russische Regierung hatte ein Bewilligungsgesuch erwartet, wohl wegen der Grenznähe der Region. Zudem habe er von mehreren anderen Gruppen gehört, die, nach der Veröffentlichung der von ihm in Auftrag gegebenen Satellitenfotos, ebenfalls den Ararat besteigen wollten, doch niemand habe eine Bewilligung seitens der Türkei erhalten. McGivern brach die Übung ab: „In diesem Jahr oder nicht!“ Er habe kein „Arche-Fieber“. Ein Geschäftsmann rechne aus, wie viel Geld und Zeit er investieren will und muss wissen, wenn es Zeit ist, weiterzugehen, auch wenn Noahs Arche natürlich etwas sehr spezielles sei.“ Ihr Auffinden würde den Glauben von Millionen Menschen bestätigen, meinte McGivern. Viele würden zum Glauben finden und die wissenschaftliche Beurteilung der Erdgeschichte würde vollständig verändert.

Zahlreiche Berichte über die Arche
Nicht nur die drei Weltreligionen, Judentum, Christentum und die Muslime kennen die Arche in ihren „heiligen“ Büchern, sondern auch im Mesopotamischen Gilgamesh Epos kommt sie vor. Die Berichte stimmen in weiten Teilen detailliert überein. Sintflutberichte kennt man sogar weltweit in fast allen Kulturen. Das deutet auf eine grundlegende Wahrheit für alle Menschen hin. Die bisherigen Meldungen über die Entdeckung der Arche Noah wurden jedoch bisher noch nie wissenschaftlich erhärtet. Konnte die hölzerne Arche dem Zahn der Zeit getrotzt haben? Die katastrophischen Ereignisse nach der grossen Flut, inklusive jener Lavaströme, deren Spuren auf dem Ararat nachgewiesen wurden, lassen die Möglichkeit eines Überlebens der Arche als nur minimal erscheinen. Weil aber nicht auszuschliessen ist, dass sie noch da ist, wird unermüdlich weitergesucht.

Lesen Sie den Teil 2 zum Thema Arche Noah (Externerlink):
Sind die Berichte zum Fund der Arche Noah glaubwürdig?
 

Die Sintflut fand statt


Ein neues Buch über die Sintflut stützt die historische Nachweisbarkeit dieser biblischen Katastrophengeschichte, auch wenn es im Detail den alttestamentlichen Bericht nicht stützen will.

Das im Verlag C. H. Beck, München, erschienene, 192-seitige Buch des Sprachwissenschafters Harald Haarmann „Geschichte der Sintflut“ wurde in der jüngsten Ausgabe der „NZZ am Sonntag“ rezensiert. Der Rezensent Thomas Köster tut sich zwar offenkundig schwer mit der alttestamentlichen Geschichte und ihrer Aussage, doch räumt er ein, dass ähnliche „Schreckensgeschichten vom grossen Regen“ zum kollektiven Kulturgut der Völker nicht nur in der Alten Welt gehörten. Sogar die Legenden der nordamerikanischen Indianer wüssten von einer grossen Sintflut zu berichten. Auch dort habe göttlicher Beistand die Auserwählten vom Ertrinken gerettet.

Über Jahrhunderte habe „die moralische Verästelung des alttestamentarischen Überflutungs-Plots seine wahren Wurzeln verstellt“, argwöhnt Köster. Doch 1997 hätten die amerikanischen Geologen William Ryan und Walter Pitman die ersten sensationellen Ergebnisse ihres marinen Forschungsprojekts veröffentlicht, welches die biblische Sintflut auf die festen Beine naturwissenschaftlicher Erkenntnisse stellte. Die Forscher hätten Spuren gefunden, nach denen südlich des schwarzen Meeres eine Flutkatastrophe stattgefunden haben könnte, die den Bibel-Schreiben als Vorbild diente – auch wenn sie natürlich mehr als 40 Tage angehalten habe.

Danach durchstiessen um 6700 vor Christus gewaltige Wassermassen den Landriegel zwischen Mittelmeer und Marmarameer auf der einen und einem 70 Meter tiefer gelegenen riesigen Schmelzwasser-Gletschersee auf der anderen Seite. Mit über 60 Kilometern in der Stunde überrollte eine riesige Salzwasserwelle die Süsswasserregion und überflutete das Hinterland. Neben Verwüstungen hinterliess sie das Schwarze Meer, auf dessen Grund bis heute die Überreste der üppigen Vegetation einer einst fruchtbaren Landschaft modern, erinnert Haarmann.

Der Rezensent macht nicht ganz klar, wo er sich auf Haarmann und wo auf die beiden amerikanischen Forscher beruft. Laut den Forschungsergebnissen handelte es sich beim beschriebenen Ereignis „um eine Tragödie wahrhaft biblischen Ausmasses, „die die Geschichte verändert hat“, mit immensen Auswirkungen für Land und Leute nicht nur innerhalb der Region. In der Folgezeit habe sich das Klima spürbar verändert, bevor es in einer Art Mini-Eiszeit nach 5000 Jahren deutlich kälter geworden sei.

Letztlich könne die Katastrophe sogar erklären, warum sich das Leben in Europa und Asien so unterschiedlich entwickelt hat. Nicht der Turmbau zu Babel sondern die Sintflut habe die Welt entzweit, vermutet Haarmann entgegen dem biblischen Bericht.

Laut dem Sprachwissenschafter haben William Ryan und Walter Pitman eine Diskussionen angestossen, die von Geologen, Archäologen, Anthropologen und Sprachwissenschaftern weiterzuführen wäre. Haarmann selbst sei es gelungen, diese vielen Strömungen zu einem Meer an Informationen über eine der grössten Katastrophen der Menschheitsgeschichte zusammenfliessen zu lassen, würdigt Köster das neue Buch.

Quelle: Livenet/NZZ

Fritz Imhof


Weitere Artikel zur Arche Noah
Genügend Platz für alle Tiere? Eine theoretische Berechnung
www.fischinger.alien.de/arche.html
„600 Güterwagen passten in die Arche Noah“
www.jesus.ch/index.php/D/article/157/10585/

Weitere Quellen:
Creation ex nihilo, Vol. 23, Nr. 2/2001
Timothy W. Maier: "Anomaly or Noah's Ark?" , Insightmag, 3. Januar 2001
www.noahsarksearch.com
www.arksearch.com/index.htm
http://news.nationalgeographic.com/news
www.stuff.co.nz/stuff
NoahsArkSearch
ArcImaging: Archaeological Imaging Research Consortium
Mount Ararat
DigitalGlobe
BlackSea@NationalGeographic.com

Autoren:
Bruno Graber
Francois Aigeldinger
Quellen: Livenet/Honolulu Star-Bulletin Hawaii News/factum/Wort und Wissen

 

 

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