Scientology

Spenden
Haftungsausschluß

Die straff geführte Organisation definiert sich selbst als die "Lehre vom Wissen" und "Brücke zur totalen Freiheit". Ihre Inhalte werden weltweit gewinnbringend verkauft. Gegründet wurde die Scientology-Kirche von Lafayette Ron Hubbard. Er wird 1911 in Tilden, Nebraska/USA als Sohn eines Marineoffiziers geboren. Als Jugendlicher verbringt er einige Zeit in Ostasien, wo er die fernöstliche Kultur kennenlernt. In den 30er-Jahren beginnt er als Science-Fiction-Autor zu arbeiten und macht Bekanntschaft mit der schwarzmagischen Geheimorganisation "Ordo Templi Orientalis", deren Wahlspruch "Tue, was du willst" lautet.
Während des Krieges dient er in der US-Marine. Laut eigenen Angaben heilt er eine schwere Verwundung durch selbstentwickelte Techniken.
1950 veröffentlicht er einen Artikel mit dem Titel "Dianetik – Einführung in eine neue Wissenschaft". Darauf folgt das Buch "Dianetik – Die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit", das bis heute als das Standardwerk der Scientologen gilt. Mit Dianetik sei ihm der Durchbruch in therapeutischer Hinsicht gelungen, behauptete Hubbard, nun könne sich jeder selbst heilen. Er gründet die "Hubbard Dianetik Research Foundation", erfindet eine Art Lügendetektor, den "Hubbard-Elektrometer", der bei einem suggestiven Frage-Antwort-Spiel Verwendung findet. 1954 schließlich wird in Kalifornien die "Church of Scientology" gegründet.
1955 verlegt Hubbard den Hauptsitz der Organisation nach England, übersiedelt aber wegen eines Einreiseverbotes, das über ihn verhängt wird, 1968 auf ein Schiff und leitet von dort aus die "Sea Organization", eine internationale, paramilitärisch organisierte Zentrale, die ihren Sitz seit 1976 in Clearwater/Florida hat. Heute ist die "Freewinds", ein Luxusschiff, Treffpunkt hochrangiger Scientologen. Eine eigene Sicherheitstruppe wacht über Ordnung und Ruhe sowie gegen Störungen von außen.
Seit 1963 gehen Behörden in vielen Ländern gegen Scientology vor. Es gibt immer wieder Prozesse. Seit 1980 wird L. Ron Hubbard nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen, 1986 wird sein Tod bekanntgegeben.


Die Lehre

Hubbard meint, dem Urprinzip menschlichen Lebens auf die Spur gekommen zu sein. Deshalb beansprucht Scientology das ausschließliche Recht für sich, den "Planeten Erde klären zu können". Jeder Mensch gilt als Verkörperung eines Geistwesens ("Thetan"), der sich immer wieder zu verkörpern pflegt. Hier wird Hubbards Beeinflussung durch indische Reinkarnationslehren erkennbar. Negative Eindrücke aus den früheren Leben des Thetanen, sogenannte "Engramme", beeinflussen den Menschen und halten ihn gefangen.

Scientology soll dem Menschen helfen, diese Engramme bewusst zu machen und geklärt zu werden. Der Thetan soll seine ursprüngliche totale Freiheit von Belastungen, Fehlern und Krankheiten wieder erlangen können. Er soll sogar die Fähigkeit erhalten, seinen Körper zu verlassen, ja ein eigener Kurs garantiert, einen Atomkrieg unbeschadet überleben zu können.
Um geklärt ("clear") zu werden, wird eine suggestive Methode, das "Auditing", angewandt, bei der durch Fragen eines Scientology-Mitarbeiters (des "Auditors") die Vergangenheit des Thetans aufgearbeitet wird. Als Hilfsmittel dient das E-Meter (=Elektrometer). Auditoren bilden laut Eigendefinition "das oberste Zehntel des obersten Zwanzigstels intelligentester menschlicher Wesen".


Scientology-Kirche

Die Dianetik wurde später mit religiösen Elementen verschiedener Religionen ergänzt. Eine ausgeformte Glaubenslehre existiert aber nicht. Im Zentrum steht nicht Gott, sondern der Mensch, der sich selbst befreien und entfalten soll. Um dem Anspruch einer Kirche gerecht zu werden, gibt es Zeremonien wie Namensgebung, Trauungen, Beerdigungen und "Sonntagsandachten". Die Auditoren verfügen aber über keine theologische Ausbildung. Sie absolvieren Zusatzkurse in Scientology, die in eigenen "Celebrity Centers" angeboten werden.


Werbung

Einstieg in Scientology ist meist ein kostenloser Persönlichkeitstest (Straßenwerbung!), aufgrund dessen dann Kurse bei Scientology empfohlen werden. Nach einem "Kommunikationskurs" soll schließlich ein vielstufiges Programm und "Auditing" absolviert werden.
Die Mitgliedschaft ergibt sich teilweise schon nach dem ersten Kurs. Auf die Fortsetzung wird größter Wert gelegt, damit man die "Brücke zur totalen Freiheit" begehen kann.
Scientologen stehen auch maßgeblich hinter verschiedenen Initiativen wie "Der Weg zum Glücklichsein", ABLE ("Association for Better Living und Education"), dem Drogenrehabilitationsprogramm "Narconon", "Criminon" und "Appliied Scholasstics" (z.B. Lernhilfeorganisation "Freie Pädagogische Institute"), der "Gesellschaft zur Förderung religiöser Toleranz und zwischenmenschlicher Beziehungen", der "Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen die Menschenrechte" oder "Mitbürger unterstützen Toleranz".


Kritik

Scientology ist international durchorganisiert mit militärisch anmutender Führung, Kontrolle und Überwachung der Mitglieder. Der Beitritt zu Scientology bedeutet für den einzelnen, sich diesem autoritären System einzuordnen und auch die Denkweise der Organisation zu übernehmen. Gegen Gegner von Scientology und solche, die die Organisation verlassen wollen, wird oft aggressiv vorgegangen.
Scientology entspricht nicht verantwortungsvoller, wissenschaftlicher Psychologie. Laien führen eine Art Psychotechnik durch, können die Menschen aber nicht entsprechend begleiten und bei der Aufarbeitung helfen. Die Versprechungen von Scientology sowohl für die persönliche Entwicklung als auch zur Rettung der Welt können keinesfalls eingelöst werden.
Die Kurskosten sind sehr hoch, daher müssen sich viele die Teilnahme durch Mitarbeit (z.B. Mitgliederwerbung) finanzieren. Außerdem werden öfters Stellungssuchende durch Zeitungsinserate angeworben, ohne zu wissen, wer sich hinter diesem Angebot verbirgt.
Mit dem christlichen Glauben ist Scientology – trotz gegenteiliger Behauptungen der Scientologen – nicht zu vereinen: Weder die persönliche Freiheit des einzelnen ist gewahrt, noch kann Scientology von Inhalt und Praxis her mit dem Christentum in Einklang gebracht werden.

Mehr unter:
XenuTV